Saluki versus Standard

Die Rasse Saluki ist seit ihrer „Entdeckung“ in der westlichen Welt einem steten Wandel unterworfen worden. Ihrer natürlichen Umwelt und auch ihres ursprünglichen Zweckes (der Hetzjagd) beraubt, ist der Haupteinsatzort des Salukis inzwischen der Showring. Seine natürliche Eleganz und Austrahlung hat dem Saluki für diesen Zweck eine gewisse Beliebheit beschert. Umso bedauerlicher ist es, dass mit dieser Beliebtheit auch eine stete Veränderung im Körperbau der Salukis einhergegangen ist. Auf einer Ausstellung gewinnt oftmals, was hervorsticht, Interessenten kaufen Welpen von erfolgreichen Eltern, Züchter züchten das, was sich verkauft. Vergleicht man alte Salukibilder aus den Anfängen der westlichen Zucht mit den Siegern auf heutigen Ausstellungen wird der Wandel deutlich. Etwas zynisch könnte man behaupten, dass einige Züchter versuchen einen pflegeleichten Afghanen zu züchten, mit langen aufrechten Hälsen, stark gewinkelten Hinterbeinen, weit aus- und übergreifedem Gangwerk und Fell an den Ohren bis zu den Knien. Nur hat das mit einem Saluki eigentlich nur noch wenig Ähnlichkeit.

Ein Saluki ist ein Hetzjäger, der eine gewisse Wendigkeit und auch Geschwindigkeit benötigt, um seiner Beute habhaft zu werden. Heutzutage ist der Saluki auf der Rennbahn eher selten geworden. Zum Glück bietet das Coursing eine sehr gute Möglichkeit mit einem Saluki sportlich aktiv zu sein, was die Meldezahlen auch zunehmend belegen.

Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, den Standard der Rasse (der ja dafür dient zu verhindern, dass sich rasseuntypische Eigenschaften einschleichen) richtig „zu lesen“. So sagt der Standard: Kniegelenk: Mäßig gewinkelt. Habe ich in einem Richterbericht zu stehen, dass mein Hund eine „gute Winkelung“ hat, ist er in meinen Augen schon nicht mehr standardgemäß, denn eine „gute Winkelung“ bedeutet für mich keine „mäßige Winkelung“. Sicher sind solche Feinheiten diskutabel, aber eine deutlichere Auslegung der einzelnen Punkte im Standard wäre wünschenswert, um die Rasse so zu erhalten, wie sie eigentlich ist, wunderschön und funktionabel!

Eine perfekte Anleitung zum Lesen des Standards bietet in meinen Augen das Buch: The complete Saluki von Diana und Ken Allan, veröffentlicht 1991 bei Howell Book House!

Ein Ausschnitt zum Thema „Hindquarters“ – Hinterhand

„The main driving force responsible for producing movement in the dog is the hindquarters. The combination of pelvic and upper thigh muscles give speed, while endurance and staying power is provided by the lower thighs and rear pasterns. The front assembly supports and assists movement by providing a stabilising and supportive role, but it plays only a small part in producing propulsion. The croup is a muscular area between the loin and the tail and overlays the pelvis from the hip joints to the buttocks. The pelvic gridle is firmly attached to both sides of the sacral vertebrae of the spinal column an slopes downwards from this point towards the rear at an angle of approximately thirty degrees. […] A thirty degree slope of the pelvis facilitates a good rear extension of the hind legs for propulsion, and it also allows the legs to be carried sufficiently forward under the body. A flatter pelvic angle gives a greater rear extension, but too short a front stride; whereas a steeper pelvis will shorten the rearward extension and give a more stilted action. The angle formed at the stifle joint by the femur with the junction of the tibia/fibula determines stifle angulation – and in the Saluki this should be moderate. […]When Salukis are posed in the show position, the rear pastern should be placed at ninety degrees to the ground. The tip of the paw should align vertically under the rearmost point of the pelvis. If the paw is further back than this when the rear pastern is vertical, then the dog has excessiv rear angulation. Sickle hocks are present, if the tip of the paw is placed under the pelvis and the rear pasterns slope backwards. A straight hock is caused by insufficient angulation between the lower tigh and the rear pastern.[…]

Frei übersetzt bedeutet das für mich folgendes:

Die hauptsächliche Antriebskraft die verantwortlich ist für die Bewegung des Hundes ist die Hinterhand. Die Kombination aus Becken und Oberschenkelmuskeln sorgt für Geschwindigkeit, während Ausdauer und Durchhaltevermögen durch Unterschenkel und Hintermittelfuß bestimmt werden. Die vordere Bestückung fördert und unterstützt die Bewegung indem sie eine stabilisierende und stützende Rolle spielt, hat aber nur wenig Bedeutung bei der Erzeugung von Antriebskraft. Die Kruppe ist ein muskulöser Bereich zwischen Lende und Rute und überlagert das Becken vom Hüftgelenk zu den Hinterbacken. Das Hüftband ist sicher an beiden Seiten der Kreuzbeinwirbel der Wirbelsäule befestigt und fällt von diesem Punkt bis zur Hinterseite in einem Winkel von ungefähr 30 Grad.[…]Eine Neigung des Beckens von 30 Grad ermöglicht eine gute rückwärts Streckung der Hinterbeine für den Antrieb und es lässt zu, dass die Beine ausreichend nach vorne greifen können unter den Körper. Ein flacherer Winkel des Beckens erlaubt eine größere Streckung der Hinterbeine nach hinten, aber nur einen kurzen Vordertritt, während ein steileres Becken die Streckung nach hinten verkürzt und für eine überhöhte Aktion sorgt. Der Winkel der am Knie von Hüfte und der Zusammenführung von Schienenbein und Wadenbein gebildet wird, bestimmt die Winkelung des Knies – und in einem Saluki sollte diese mäßig sein. [….] Wenn Salukis im Showring posieren sollte der Hintermittelfuß in einem 90° Winkel zum Boden stehen. Die Spitze der Pfoten sollte vertikal unter dem hintersten Punkt des Beckens ausgerichtet sein. Wenn die Pfote bei vertikalem Stand des Hintermittelfußes weiter hinten steht hat der Hund eine übertriebene Winkelung. Wenn die Pfotenspitze unter dem Becken plaziert ist und der Hintermittelfuß nach hinten geneigt ist, hat der Hund Sichelhacksen. Eine aufrechte Hackse wird durch ungenügende Winkelung zwischen Unterschenkel und Hintermittelfuß hervorgerufen. […]

Hier ein Ausschnitt zum Thema „Movement“ – Bewegung

“ Rachel Page Elliot has, in our opinion prepared an excellent description of Saluki movement: „The Saluki falls into the category of hounds built for great speed at the gallop, but at the show ring he must be judged at the trot. Though the trot does not reveal the boldness in the hunt, it does tell us much about his skeletal structure and physical condition. At this gait I look for lightness of movement with a proud searching head carriage. From the side I look for a firm working back with freedom in the shoulders and smooth opening of the shoulder joints. Rear action should be rhythmic and effortless, with no over-reaching or side-stepping. The gait should have a spring without the stiltedness, fluidity without extreme effort. Coming and going, the limbs from the shoulders and hips to the pads, should swing without a twisting as they fold and extend, even as they reach inward towards the central support beneath the body. Call it single tracking, the tendency to single track or convergence, as you will – but not parallel tracking, because nature did not so design a Saluki.“ There has always been a strong divergence of opinion, held by leading breeders, regarding parallel movement versus single tracking. We were surprised, and delighted, that the wording advocating the latter was unanominously adopted at the Special General Meeting without any disagreement. Perhaps some of the misunderstanding has arisen because in the standig position, the dog’s legs are parallel, and they also seem to be parallel as they start to walk, but as the dog starts to move faster the natural tendency is for the dog’s legs to converge. [….]“ Aus: The complete Saluki, by Diana and Ken Allan, published 1991 by Howell Book House, Seite 89 – 90.

Frei übersetzt liest sich das für mich wie folgt:

„Rachel Page Elliot hat unserer Meinung nach eine hervorragende Beschreibung der Bewegung der Salukis ausgearbeitet: „Der Saluki fällt in die Kategorie der Hunde, die für große Geschwindigkeit im Gallop gebaut sind, aber im Showring müssen sie im Trab bewertet werden. Obwohl der Trab nichts über die Kühnheit bei der Jagd verrät, erzählt er uns viel über die Skelettstruktur und die physikalische Kondition. In diesem Gang suche ich nach Leichtigkeit der Bewegung mit einer stolzen, suchenden (oder eher Ausschau haltend?) Kopfhaltung. Von der Seite suche ich nach einem festen (starken?), arbeitendem Rücken mit Freiheit in der Schulter und geschmeidigem Öffnen des Schultergelenks. Die hintere Aktion sollte rhythmisch und mühelos sein, ohne Übergreifen oder seitlichem Treten. Der Gang sollte federnd sein, ohne Gestelztheit, flüssig ohne besondere Anstrengung. Im Kommen und Gehen sollten die Gliedmaßen von den Schultern und der Hüfte zu den Ballen schwingen, ohne beim zusammenziehen und beim Ausstrecken zu verdrehen, sogar wenn sie nach Innen zum mittleren Stützpunkt unter dem Körper geführt werden. Nenn es einspurig (auf einer Linie) laufen, die Tendenz einspurig zu laufen oder Konvergenz, wie du willst – aber kein paralleles Laufen, denn die Natur hat den Saluki nicht so designt.“ Es hat immer starke Meinungsverschiedenheiten zwischen führenden Züchtern bezüglich paralleler Bewegung gegen einspuriges Laufen gegeben. Wir waren überrascht and erfreut, das beim letzten Special General Meeting ohne Widerspruch die Formulierung zur Förderung des Letztgenannten einstimmung angenommen wurde. Vielleicht ist einiges der Missverständnisse daher gekommen, dass die Beine in der stehenden Position parallel sind, und sie wirken parallel wenn sie anfangen zu laufen. Aber wenn die Bewegung schneller wird, ist es die natürliche Tendenz der Beine des Hunden zu Konvergieren (sich einander anzunähern) [….]“

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s